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Woche fuer Woche

Denke, es ist nun mal wieder Zeit fuer einen am besten etwas kuerzeren Eintrag. Die Zweite Woche ist angebrochen, die erste „Arbeits“woche (harte 8 Stunden Arbeiten ist etwas anderes). Gestern waren Marie und ich nebenan in den Kindergarten gegangen, um dort was mitzuhelfen. Ich habe herausgefunden, dass so viele kleine Kinder nichts fuer mich sind. Habe mit Senora Rosa gesprochen und wir machen besser vormittags auch eine Hausaufgabenbetreuung fuer eben die Kinder, die nachmittags zur Schule gehen. Marie hats im Kindergarten wohl besser gefallen, die will da erstmal bleiben.. .. nein, lauter kleine Kinder ohne Disziplin ist nichts fuer mich! Ich verstehe jetzt auch, warum die Lehrer immer ihre Lieblinge haben (ist jetzt einfach mal eine boese Unterstellung..).

Hier laeuft es immer so, dass jeder, der sich neu ansiedelt, sich oben ein leeres Plaetzchen fuer das Haus sucht. Die Anschriften sind dann hier so geregelt, dass die Haeuser unten die A oder Bs sind und ganz oben „Z“. Man kann aber auch sagen, mit steigendem Buchstaben steigert sich auch die Armut; also oben sehen die Haeuser ziemlich klapprig aus. Die Kinder von Z muessen aber immer runterlaufen, um hier zur Hausaufgabenbetreuung zu kommen, deshalb will Rosa bei Z auch eine einrichten. Dort oben haben die Familien sowieso irgendwie viel mehr Kinder. Und dann gucken wir mal, ob wir noch Englischunterricht machen, vielleicht Sportangebote, poco a poco alles eben.

Hausaufgabenbetreuung am Nachmittag haben Marie und ich gestern dann paar Regeln aufgestellt, dass das alles nicht so chaotisch laeuft und danach spielen wir mit denen auf dem Platz.

Bei aller Armut haben sich die Leute sehr viel Muehe gegeben und extrem viele Plaetze zum Fußball spielen oder sowas fertig gemacht. Sonntags ist dann der Tag, wo die alle benutzt werden. Da gibt’s hier auch jeden Sonntag ein Frauen-Volleyball-Turnier. Also Armut ist immer relativ.. Also es ist nicht so, dass die Menschen hier nur am verzweifeln sind. Also verhungern tun sie hier nicht, wobei das vielleicht auch dem Comedor zuzuschreiben ist, wovon es hier auch noch andere kleinere gibt. Auf dem zweiten Blick sieht das aber auch anders aus. Gesundheitsversorgung, Bildung, Aufklaerung (was die Situation IN den Familien betrifft). Gestern ist hier ein Kind gestorben (Senora Rosa ist fuer sowas verantwortlich und kuemmert sich darum, deshalb weiss ich das), genauso wie den Tag davor ein 45-Jähriger Diabetiker und ich glaube jemand im gleichen Alter, der Tuberkulose hatte. Wobei die Medikamente fuer Tuberkulose hier glaube ich umsonst sind und dann ist Tuberkulose meines Wissens zu ueberstehen? Wobei ich nicht die naeheren Umstaende weiss und da auch noch nicht so nachhaken moechte. Naja, das sollte eigentlich erstmal der Absatz zu mir sein. Wobei, nein, mir faellt noch ein:
Am Freitag kommt uebers Wochenende meine Schwester und mein Vater, weil die gerade in Ecuador sind. Die wollen mir dann eine Kamera mitbringen, dann werde ich mehr Fotos hochladen! Ich denke, das waere ganz interessant. Maries Kamera mag ich mir nicht so gern ausleihen und dann damit die Leute begaffen..

Dann wollte ich noch was zu den Kindern im Heim hier sagen. Also das Heim wurde erst vor einem halben Jahr ungefaehr gebaut und davor waren die Kinder noch zu Hause. Mehr oder weniger. Es gibt hier zwei Geschwister, 4 und 10 sind sie. Ich lass mal die Namen einfach weg. Der Vater ist gestorben und die Mutter scheint sich nicht um die Kinder zu kuemmern. Rosa hatte erzaehlt, dass sie vorher weiter oben gehaust hatten zwischen den Kakerlaken, sich kaum jemand um die Kinder gekuemmert hatte, der kleine Junge kaputte Haut und sich nassgemacht, ohne dass das jemand sauber gemacht haette. Die Mutter war nun am Samstag da und hat noch ne 11-Jährige Tochter hiergelassen. Am Sonntag wollte sie, weil Geburtstag der Tochter, kommen und mit den Kindern ein Ausflug machen. Ist aber nicht gekommen, erst Montag kurz. Und seitdem ist auch das 11 jährige Mädel hier.

Von zwei kleinen Maedchen (2 und 6) ist die Mutter abgehaun und der Vater muss nachts arbeiten, solche kommen dann auch hier her. Beim anderen, wie schon erzaehlt, sind die Eltern im Knast. Und bei wiederum zwei anderen ist der Vater ebenfalls tot, die Mutter hat irgendeine Krankheit, dass ihr die Gleider weh tun und dick sind, die dann aber von Montag bis Samstag bei Leuten arbeitet und dort auch wohnt und dann die Kinder am Sonntag zu sich holt. Fuer solche Sachen ist das Heim gut, von solchen Faellen gibt es hier sicher noch mehr. Aber erstmal muss es sich ein wenig rumsprechen, dass die Kinder dann auch hier her koennen. Und soweit die Eltern sich das leisten koennen, muessen sie dann hier auch was bezahlen, damit nicht einfach jeder daher gelaufen kommt. Und sich, wenn sie zB kein Geld haben, rechtfertigen vor Rosa und dann geht das auch so in Ordnung.

Soweit, so gut. Vielleicht kann ich ja auch einfach Rosa helfen, also in ein paar Monaten, wenn das Spanisch dafuer ausreicht, einfach mit den Leuten zu sprechen, dass sie ihre Schwerpunkte auf andere Dinge legen kann. Zum Beispiel eben den Leuten ins Gewissen reden, sie auffordern, irgendwelche schriftlichen (gerichtliche?) Bescheide zu besorgen, damit der Ehemann sein Frau nicht mehr schlaegt, sich um die Kranken und Medikamentenvergabe kuemmern oder was nicht. Das waere dann sicher sehr interessant. Wird sich alles mit der Zeit herausstellen, was ich hier so machen kann. Aber eigentlich soll es sich auf die Kinder beschraenken – mal sehen.

Glaube, das ist nun auch erstmal genug. Und ich hoffe, dass einige Leute nicht traurig oder mir boese sind, weil ich nicht so rege Mails schreibe. Das kommt alles nacheinander und vergessen habe ich auch noch keinen !

1.9.09 22:00
 


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